Newspaper Article

Keeping diversity with the Spar

 

 

Picture: Not only dealed with pro and cons for regional kitchen in her studies, but publishes recipe ideas herself: Sophie Lindemann

 

 

Tagline: The 26 year old pledges for self growing. In her blog she publishes recipe ideas.

 

 

Colnrade – A class at University of Vechta in 2016 started it all. Topic was “sustainability”. The participants were dared to try to cook a meal, which out of regional groceries. Exactly the right thing for Sophie Lindemann, student of cultural studies and design pedagogies: In creative cooking, “I am oriented”. What happened afterwards was much more than a “simple” dish: The girl from Colnrade took the subject to her own blog and even wrote her bachelor thesis about it – with a result which was surprising even for her.

 

But let’s start at the very beginning: “You would think it is extremely difficult”, reminds the 26-year old of the culinary challenge one year ago: All ingredients of the winter menu should have been from a circle around 100 km.  So she went to farm store Helms in Lohmuehle, searched for example at the farmers market or bought stuff at the organic store in Wildeshausen. In the end she created a Pumpkin-Kale-Frittata with mashed potatoes and a mushroom-onion-pan. As pre she served a salad and for dessert she made a apple-cheese-cake.

 

Due to challenge quasi “got the taste”, the student went on. In the beginning of 2017 she started her blog “wat-to-eten.de” – in which she presents recipes for regional and seasonal products for all seasons since then – also because it’s kind of “crazy” that “we as inhabitants of the northern region consume fresh vegetables from all over the world daily, but we lose the feeling for seasonality of our nutrition, what actually can be produced local”.

 

In the end she wrote her thesis in philosophy with Prof. Dr. Jean-Christophe Merle. “Why should we eat local” was the question. The 26-year old analyzed ethical motives and values.

 

 And the result? In the beginning she was kind of radical, she admits: You should eat regional products to support local markets and keep biodiversity. Also because of ecological reasons we should stop those huge global trading chains.

 

This position she has not anymore. “We should not deny all products above local ones”, she thinks now. On the one hand, the transportation helps to compensate regions, which are less fortuned to grow food. On the other hand it is ecological seen not more profitable to grow tomatoes in green houses in winter as they have a high energy usage.

 

Her work also has a different result says Sophie Lindemann: It is a pledge to self grow food – “also if its just very small”. If this becomes a mass movement, we all can help with the preservation of biodiversity. And it helps to think in deep about: “What do I actually eat?”

 


Written by Karsten Kolloge, Translated by Sophie Lindemann

 

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Epikur und die Lust am Essen

Nachdem mein letzter Beitrag etwas her ist, möchte ich euch einmal zeigen, womit ich mich unteranderem in meiner Bachelorarbeit befasse. Dies ist ein Auszug aus dem Teil der geschichtlichen Herleitung. Ich befasse mich in meiner Arbeit, wie in diesem Blog mit der Frage, warum sollten wir uns regional ernähren und Epikur findet mit seinem Hedonismus ein paar interessante Antworten für diese Frage:

 

Epikur entwickelt mit seinem Hedonismus eine Ethik des guten Essens als Befriedigung der Lust unter einbeziehen von Bescheidenheit im Essverhalten. Er vertieft damit Sokrates Ansichten eines guten Lebens durch Essen. Hedone bedeutet Sättigung und Fülle durch den Genuss von Speisen. Die kulinarische Lustbefriedigung als ein ethisch gutes Leben steht dabei im Gegensatz zu Platon und Aristoteles, die dem Essen einer Diätmoral unterlegen. (vgl. Dell'Agli 2009, 17 ff.) Sie sehen die ungezügelte Befriedigung der Lust durch Essen als problematisch und unterlegen dieses der Selbstbeherrschung. Damit wird die Ernährung ethisch irrelevant, da es aus der Lebenspraxis und damit aus der Philosophie verdrängt wird. In der diätischen Ernährungslehre wird die Nahrung zu einer Notwendigkeit zum Lebenserhalt. (vgl. Lemke 2007, 19)

 

Epikurs Ethik des Essens macht dieses zum höchsten Gut einer lustvollen Vernunft. Ein ethisch gutes Leben bedeutet dabei ein lustvolles Leben zu führen. Dies beinhaltet das lustvolle Essen, durch das der Mensch Weisheit und Glück erfährt. Der Hedonist, der als Genussmensch nach jeder Form von Lust strebt, wird bei Epikur allerdings nicht zum Lüstling, der in Völlerei lebt. Glück wird durch die ethisch richtige Wahl des lustvoll Guten erreicht, damit soll der Mensch nicht hungern oder durstig sein. Dieses Abwenden des existenziellen Leides durch Hunger führt zum minimalen Glück, das alle Menschen gleichsam erfahren können. Die Ernährungssicherheit als Nicht Hungern wird zum normativen Konzept, in dem der Mensch Freiheit, durch das Erfahren des Guten des Sattwerdens und Sattseins, erlangt. Der Mensch soll damit nach Epikur gut, aber unter mageren Bedingungen essen. Er fordert Selbstgenügsamkeit um bescheidenes Glück zu erfahren, denn ihm sind die Folgen ungesunder Ernährung bewusst, sodass ausschweifende Mahlzeiten zu einer unwohlen Physis und Fettleibigkeit führen. Dies würde wiederum dem Lustprinzip entgegensprechen, da in den Krankheiten durch übermäßiges Essen Unlust liegt. (vgl. Dell'Agli 2009, 17 ff.)

Eine Besonderheit in Epikurs Leben ist die Art und Weise, wie er seine Mahlzeiten einnahm. Er lebte mit seinen Anhängern auf einem Anwesen mit ausgedehntem Garten, in dem sie Lebensmittel zur Selbstversorgung zogen. Zu seinem Hedonismus gehört dabei das soziale Leben in Freundschaft und die Mahlzeit in Gemeinschaft hinzu. Unabhängig von Sklaverei und der Unterdrückung von Frauen in der Antike haben bei ihm alle Menschen die gleiche Freiheit und es herrscht soziale Gerechtigkeit. Für den Lebensunterhalt in dieser Gemeinschaft sind alle gleichermaßen zuständig und tragen das bei in dem Maße, was sie leisten können. So wird sein Hedonismus auch als epikureischer Kommunismus bezeichnet. (vgl. Dell'Agli 2009, 29 ff.) Aus diesem Grund ist ebenfalls interessant zu betrachten wie Epikur aß. Ihm ist es wichtig weder auf die Lust des Essens zu verzichten noch in Völlerei zu leben. Es geht ihm darum die richtige Lust als das Gute zu wählen. In der Mahlzeit sind bei ihm alle gleichsam frei und Teil der Gemeinschaft. Deshalb wird auch die Aufgabe der Essensbeschaffung gemeinschaftlich gelöst. Er setzt dabei auf die Selbstversorgung durch den eigenen Anbau.

 

Literatur:

Dell'Agli, Daniele (Hg.) (2009): Essen als ob nicht. Gastrosophische Modelle. Orig.-Ausg., 1. Aufl. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Lemke, Harald (2007): Ethik des Essens. Eine Einführung in die Gastrosophie. Berlin: De Gruyter.

 

 

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Warum sollten wir regional essen? - Teil 2: Normative Argumente

Im Anschluss an die Einführung gehe ich hier nun auf die These, dass eine regionale basierte Ernährung den natürlichen Lebensraum sichert ein, ein. Dieser Teil stellt damit eine normative Herleitung von Argumenten für die Untersuchungsfrage dar.

Beginnen möchte ich mit der Ökologie als menschlichen Lebensraum und der Frage nach einer Ethik. Der Mensch ist abhängig von der Natur, denn ohne sie kann er nicht überleben. Der Eingriff in die Natur ist notwendig, damit der Mensch überleben kann. Doch durch die gravierenden bestehenden Umweltschäden gefährdet der Mensch sich selbst. Aus diesem Grund legitimiert sich eine Ethik zur Sicherung des menschlichen Überlebens. Eine solche Ethik muss global sein, da die Umwelt keine gesellschaftlichen Grenzen kennt. Aus einer Naturethik zum Schutz der Umwelt wird eine globale Menschheitsethik zur Sicherung der menschlichen Lebensgrundlage. Eine Möglichkeit einer solchen Ethik ist die regional bewusste Lebensweise. Sie basiert auf der Annahme positiven Einfluss auf das direkte Umfeld zu nehmen um einen gesamtheitlich guten Effekt zu erzielen. Begleitet wird dies von der Voraussetzung, dass eine regionale Ernärhungsweise aus schonender Landwirtschaft und Eigenerzeugung erfolgt.

Rousseau sagte diesbezüglich: "Mein Hof wäre ein Hühnerhof und mein Marstall ein Kuhstall für meine geliebten Milchspeisen. Mein Garten wäre ein Gemüsegarten und mein Park ein hübscher Obstgarten." Er forderte damit Autonomie des einzelnen in der Lebensmittelerzeugung und einem Entgegenwirken von einer falschen Esskultur und schlechten Geschmacks. Ein weiteres Beispiel ist Theodor W. Adorno, der eine Umstellung der agraischen Monokultur zu einer Biodiversität gerechten Agrkultur "als der rettenden Aufnahme des Anderen, das bislang bloß unterdrückt ward und womöglich ausgerottet" wird. Er kritisiert die industrielle Agrarproduktion und verlangt eine Humanisierung und Ökoloisierung des Landbaus.

 

An einem Beispiel lässt sich die ethische Forderung nach Regionalität besser verdeutlichen. In einer Zukunftsprognose der Bundeszentrale für politische Bildung wird angegeben, dass nach Jahren des Nahrungsüberfluss langfristig eine Nahrungsknappheit zu erwarten ist. Dies liegt daran, dass global landwirtschaftliche Nutzflächen durch Übernutzung und Versalzung, den Ausbau von Großstädten und Extremwettersitutationen aus dem Klimawandel verloren gehen. Die Bundeszentrale gibt dabei eine Empfehlung zur Unterstützung von Kleinbauern in Regionen, die bisher keine Agrarförderung erhalten haben. Die Minimierung ihrer Ertragsverluste sei zielführender im Entgegenwirken der Nahrungsknappheit als die weitere Steigerung der Intensivlandwirtschaft. Damit zeigt sich, dass die Stärkung der schonenden regionalen Landwirtschaft als Chance in der Frage der Ressourcenschonung gesehen wird.

 

Letzten Endes muss man sich eingestehen, dass in der Frage der Umwelt als Lebensgrundlage des Menschen eine Lösung gefunden werden muss. Ich finde eine Antwort in der regionalen Ernährung aus schonendem Anbau und muss hinzufügen, dass es auch noch viele weitere Argumente die uns in Zukunft betreffen dafür gibt, wie zum Beispiel die Schonung der Ressource Wasser, die Frage der sozialen Sicherheit in einer Ressourcenknappheit oder die gerechte Verteilung von Lebensmittel global gesehen.

 

Was sagt ihr dazu? Ich würde mich über eine inhaltlich starke Diskussion freuen!

 

Literatur:

Debiel, Tobias: Globale Trends. Frieden, Entwicklung, Umwelt. Lizenzausg (Schriftenreihe / Bundeszentrale für Politische Bildung, 1366).

Lemke, Harald (2007): Ethik des Essens. Eine Einführung in die Gastrosophie. Berlin: De Gruyter.

Lemke, Harald; Ogawa, Tadashi (2008): Essen - Wissen. Erkundungen zur Esskultur. München: Iudicium.

Lütterfelds, Wilhelm; Mohrs, Thomas (1997): Eine Welt - eine Moral? Eine kontroverse Debatte. Darmstadt: Wiss. Buchges. Abt. Verl.

 

 

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Warum sollten wir regional essen? - Teil 1: Eine Einführung

Guten Tag! Schön, dass du meinen neuesten Beitrag liest. Die Frage "warum sollten wir regional essen?" begleitet mich nicht nur in meinem Blog, ich bearbeite sie auch in meinem Studium. In einem Vortrag habe ich kürzlich normative und nicht-normative Argumente für die regionale Kost gefunden, die ich euch nicht weiter vorenthalten möchte. Mein heutiger Beitrag dreht sich aus diesem Grund um die These, dass eine regional basierte Ernährung als Lebensweise den natürlichen Lebensraum sichert.

 

Zu Beginn möchte ich euch im Sinne des wissenschaftlichen Arbeitens die Begrifflichkeiten der Untersuchungsfragen definieren. Die Frage nach dem "Essen" hat eine lange Tradition in der Kulturgeschichte des Menschen. Man könnte behaupten, dass die Nahrungszunahme an sich nicht von wert sein muss, da sie ein Grundbedürfnis ist. Doch unterscheidet sich das "Essen" des Menschen klar vom "Fressen" des Tieres durch die Zugabe von Kultur im Essprozess. Die Nahrungszunahme ist eine kulturell geprägte symbolische Form. Zum Beispiel kann man Kulturkreise daran unterscheiden, ob sie mit Messer und Gabel, Stäbchen oder den Händen Nahrung zu sich nehmen. Außerdem vereint das Essen die vermeintlich unterschiedlichen Disziplinen der Kultur- und Naturwissenschaften, wenn der Mensch als kulturelles Wesen sich mit Nahrung Natur beim Essen einverleibt.

Regionalität bedeutet die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Landesgebiet. Auch die regionale Küche hat einen geschichtlichen Hintergrund. Der klare Wunsch nach einer regional basierten Ernährungsweise kann man als erstes bei Jean-Jacque Rousseau verorten. Als Romantiker fordert er die Rückkehr zur Natur. Seine Gegenmaßnahme zur menschlichen Naturentfremdung ist die Selbsterzeugung von Lebensmitteln. Im 19. Jahrhundert findet regionale Küche unter dem Titel der "Hausmannskost" ihren Namen. Sie drückt eine einfache, natürliche und bürgerliche Küche aus und grenzt sich von der damaligen Haute Cuisine ab. Ein Jahrhundert später, in den 1970er Jahren findet die regionale Küche einen neuen Platz in den Kochbüchern. Die Ölkrise zeigte dem Menschen die Endlichkeit der Rohstoffe, wodurch Regionalität wieder thematisiert wurde. Heute ist eine regional-typische Kost positiv mit natürlich und gesund belegt. Sie hat ihren Platz in der Freizeitkost.

"Warum sollten wir" stellt eine alle betreffende Forderung nach einer moralischen Pflicht dar. Aus diesem Grund sind meine Betrachtungen in die Disziplin der Gastrosophie einzuordnen. Diese bietet einen philosophischen Blick aufs Ganze in der Frage der Ernährung. Sie ist eine Ethik, die das individuelle Handeln in einen globalen Zusammenhang stellt und gleichsam eine Praxis, die ein ethisch gutes Essen fordert.

 

Literatur:

Lemke, Harald (2007): Ethik des Essens. Eine Einführung in die Gastrosophie. Berlin: De Gruyter.

Teuteberg, Hans-Jürgen (1997): Essen und kulturelle Identität. Europäische Perspektiven. Berlin: Akad.-Verl. (Kulturthema Essen, / hrsg. von Gerhard Neumann ; 2).

 

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